was haben wir vor

Seit seiner Errichtung 1961 gehört der stadteigene Pavillon zum denkmalgeschützten Schillerplatz, der als innerstädtischer Park gestalteten Umgebungsfläche des architektonisch bedeutenden Cottbuser Theatergebäudes. Von der ursprünglich filigranen Architektur dieses Parkcafes der 60er Jahre ist nach vielen Umbauten zur Verfestigung nur das fliegende, ausschweifende Pultdach bestehen geblieben.

Seine Nutzung kam in den 80er Jahren zum Erliegen, bzw. wird der Bau seither nur noch als Pumpenhaus für den Parkbrunnen genutzt. Seine inzwischen geschlossene Mauerwerksfassade wird seit Jahren immer wieder intensiv verunstaltet. Die überdachte Terrasse wirkt einerseits einladend, ist aber andererseits sozial weitgehend unkontrolliert, ständig verschmutzt und zugemüllt. Versuche, die ursprüngliche Nutzung wieder aufzunehmen blieben erfolglos.

In dieser Situation erklärte sich der Humanistisches Jugendwerk Cottbus e.V. im Jahr 2012 bereit, sich um den Pavillon zu kümmern, seine Terrasse saisonal für Pleinairs zu nutzen, das Umfeld sauber zu halten, sowie vor Allem für die künstlerische Neugestaltung der Fassade zu sorgen. Später soll das Gebäude in Selbsthilfe umgebaut, zur Terrasse und somit zum Park hin wieder geöffnet und renoviert werden, um es dann als öffentlichen Ausstellungsraum für die künstlerische Vereinsarbeit, als „Galerie Junge Kunst“ zu nutzen. Das bietet die Chance, dem Park den derzeitigen Fremdkörper als sich öffnenden Bestandteil mit kulturellem Inhalt zurückzugeben.

Seit dem 30. Juni 2013 sind die Künstler unter Leitung von Matthias Körner dabei, für die künstlerische Neugestaltung der Fassade zu sorgen.

Der Prozess des Um- und Ausbaus zu einem Galerie- /Kunstraum ist eine Initialzündung, die bereits Jugendlichen die Möglichkeit bietet einen Einblick in die Berufstätigkeit zu finden. Den Jugendlichen wird die Möglichkeit vermittelt, sich über die Kunst auszudrücken und Akzeptanz zu erfahren. Die Stärkung der Eigenakzeptanz und des Selbstbewusstseins kann die Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen und durch die Tätigkeit an exponierter Stelle mit entsprechender Öffentlichkeits- und Pressewirksamkeit können Beschäftigungsmöglichkeiten in der freien Wirtschaft oder in der Kunstszene gefunden werden.

In den Folgejahren soll der Pavillon ein Ort der außerschulischen Bildung und internationalen Zusammenarbeit werden. So können im Rahmen von bestehenden Kontakten z.B. Workshops mit anschließenden Fotoausstellungen polnischer Jugendlicher durchgeführt werden. Regelmäßige Kunstaktionen in den Folgejahren hängen aber wesentlich von einer laufenden Finanzierungsmöglichkeit der Miete, der Honorare und Materialien ab.